Katholische Erwachsenenbildung
Schon seit 1984 gibt es in unserer Seelsorgeeinheit Erwachsenenbildung. Wir gehören zur Katholischen Erwachsenenbildung der Dekanate Biberach und Saulgau. Hierzu finden Sie weitere Informationen auf der Homepage.
In unserem Ausschuss sind Mitglieder unserer fünf Kirchengemeinden tätig.
Unsere Veranstaltungen bieten Raum für Gespräch, Begegnung, spirituelle und religiöse Erfahrung, Information und Auseinandersetzung mit zentralen individuellen und gesellschaftlichen Fragen. Dazu sind suchende, fragende und zweifelnde Menschen gleich welchen Alters, welcher Konfession und Weltanschauung herzlich eingeladen. Gerne bieten wir Veranstaltungen in Kooperation an.
Kontakt per Email: keb.hochdorf(at)gmail.com
Aktuelle Veranstaltungen und Angebote
Mit Freude präsentieren wir Ihnen das aktuelle Veranstaltungsprogramm der Katholischen Erwachsenenbildung in unserer Seelsorgeeinheit „Heimat Bischof Sproll“.
Unser Angebot ist breit gefächert und richtet sich an Erwachsene in unterschiedlichen Lebensphasen. Es umfasst Exkursionen, spirituelle Vorträge und
Veranstaltungen im Rahmen der Elternschule, die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe stärken und begleiten. Im Mittelpunkt unseres Bildungsverständnisses steht stets der Mensch als lernendes und fragendes Wesen.
Stöbern Sie durch unser Programm, lassen Sie sich inspirieren und nehmen Sie an den Veranstaltungen teil.
Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen!
Ihr KEB – Team
Das Programm können Sie hier herunterladen.
Rückblick und Berichte
Uralt und doch aktuell - Riesiges Interesse an Vortrag
Zu allen Zeiten und allen Kulturen fragte man sich: Wie geht es nach dem Tod weiter. Der Andrang bei Pfarrer Jürgen Sauters Vortrag „Auferstehung des Leibes – Unsterblichkeit der Seele“ im katholischen Gemeindehaus in Ummendorf war so stark, dass die Stühle zunächst nicht ausreichten.
Mit Ludwig Thomas „Der Münchner im Himmel“ war der Vortragende in ein anspruchsvolles Thema, das durch PowerPoint-Folien visualisiert wurde, locker eingestiegen. Auch seinen Gedankengang lockerte er mit Humor immer wieder auf.
Zur Klärung der Begriffe wurde Rene Descartes aus dem 16. Jahrhundert zitiert: „Ich bin nicht mein Körper. Ich denke, also bin ich.“ Der Kirchenvater Augustinus ging dagegen von der Einheit der Person aus. Tatsächlich braucht man das Metaphysische, das über das rein Empirische hinausgeht als Einheit stiftendes Kriterium. Dabei ist das Empirische ja keineswegs schlecht und sogar sehr notwendig.
Betrachtet man das Problem aus biblischer Sicht, findet man im Alten Testament keinen Unterschied zwischen Leib und Seele. Während Paulus im 1.Korinther 15 schreibt, Jesus sei als Erster von denen, die entschlafen sind, auferstanden.
Leicht hatte es diese Überzeugung in der Folge nicht. In der dominierenden griechischen Philosophie sind, etwa bei Platon, Leib und Seele getrennt. Der zum Tode verurteilte Sokrates betont in einem Dialog, seine Seele werde aus dem Gefängnis des Leibes befreit.
Papst Benedikt hatte sich als Theologe dagegen gewandt, dass man den Gedanken der Auferstehung und die griechische Philosophie vermische, um zu einer Lösung zu kommen.
Der evangelische Theologe Karl Barth sagte: „Der Mensch stirbt ganz. Die Auferstehung ist rein Gottes Gande.“ Das ist nicht im Sinn einer Auswahl gedacht, denn für Gott ist jeder Mensch willkommen.
Für die katholische Theologie hat der Leib als „Leib Christi“ eine besondere Bedeutung. Iim Menschen ist ein guter Kern, der im Dialog mit Gott steht. Damit besteht eine Identität weiter, in der es keine Trennung gibt, eine Wirklichkeit, die über Raum und Zeit hinaus in Gottes Ewigkeit geht.
Auch die DNA gibt den Bauplan weiter, der nicht mit dem Tod des einzelnen Individuums enden muss. Ein sehr schönes Bild für Identität ist Sauters Vergleich mit einer Melodie. Sie wird materiell erzeugt und ist doch mehr.
Gerne ging der Referent anschließend auf Fragen der Teilnehmer ein.
Als Dankeschön für sein Engagement überreichte die KEB-Vorsitzenden Isolde Wiest ihm ein kleines, auf ihn zugeschnittenes Buchgeschenk.
Faszinierende Krippen
Eine kompetentere Führerin als Rita Kehrle hätten die Teilnehmer bei der Fahrt der Katholischen Erwachsenenbildung zum Krippenmuseum in Oberstadion kaum finden können. Sie ist nicht nur selbst Krippenbaumeisterin (Den Kauf einer ihrer Krippen durch den Vatikan hatte nur die Coronasituation scheitern lassen.) Außerdem hatte und hat sie engen Kontakt zur berühmten, kürzlich verstorbenen, Tonkünstlerin Angela Tripi und ihrer Familie in Palermo.
Auf drei Stockwerken sind in der ehemaligen Pfarrscheune rund 2oo Krippen zu sehen. Es beginnt im Erdgeschoss mit einer Kastengrippe als Sonderausstellung, in der nicht nur die drei Könige, sondern ein ganzes Dorf Maria, Josef und dem Kind ihre Gaben bringen. Das Gegenstück zu den winzigen Santonfiguren ist ein großer Nachbau der einstigen Pfarrscheuer als Stall von Bethlehem mit der Heiligen Familie, vor Oberstadions Kirchplatz als riesigem Wandgemälde.
Erstaunlich, mit welchem Material die Künstler gearbeitet haben. Handgeschnitzte Figuren als Unikate, im Gegensatz zu holzgeschnitzten, findet man etwa vor Gebäuden aus portugiesischen Kork, an denen jeder „Stein“ erkennbar ist. Hinter einer Krippe aus Südtirol lässt sich das bekannte Panorama der Dolomiten ausmachen. Lebensfreude zeigen die Krippen aus Neapel.
Ihre ganz besondere Faszination üben Angela Tripis Tonfiguren aus. Stundenlang könnte man diese Figuren mit ihren wunderschön bemalten Gesichtern und den aufs Feinste herausgearbeiteten Einzelheiten der Gestalten betrachten.
Einen ganz anderen Reiz übt die eigens für das Museum von den Oberammergauer Holzschnitzern Tobias und Herbert Haseidl gefertigte Jahreskrippe aus. Nach Wunsch wird durch spezielle Beleuchtung das Leben Jesu aus der Gesamtlandschaft herausgehoben: Von der Geburt, über die Flucht nach Ägypten oder die Speisung der 5.000, den Einzug nach Jerusalem, bis hin zu Kreuzigung und Auferstehung. So hat man das ganze Kirchenjahr.
Auf 20 qm hat Alfred Müller aus Kaufering die „Vertreibung aus dem Tempel“ dargestellt. Auch dieser Krippe geben die Figuren und das Zubehör von Angela Tripi ihr Leben.
Bewundernswert ist neben den europäischen Krippen, mit welch einfachem Material Gläubige in Afrika und Südamerika die Geburt Jesu gekonnt veranschaulicht haben.
Der Entschluss mancher Besucher, bei Gelegenheit, wieder herzukommen, um sich in Ruhe noch einmal in alles zu vertiefen, ist verständlich.
Advent in der Familie
Zum Thema „Ohne Stress durch den Advent“ hatte die Katholische Erwachsenenbildung ins katholische Gemeindehaus in Ummendorf eingeladen. Familientrainerin Martina Gröber hatte den Abend perfekt vorbereitet. Was an Material nötig war, hatte sie mitgebracht. Sie überfrachtete die fast ausschließlich weiblichen Teilnehmer nicht mit Vorschlägen, sondern sprach auch die emotionale Ebene an. Etwa zu Beginn, als man im Dunkel um eine Kerze im Zentrum des Halbkreises in sich gehen konnte, oder durch gemeinsam gesungene, neuartige Adventslieder, auf der Gitarre von der Referentin begleitet. Ein Quiz zum Advent lockerte auf und brachte die Gruppe in Bewegung. Zwischen den Informationsblöcken tauschte man sich bei Punsch und Tee gemütlich aus.
„Adventus“, eigentlich eine Vorbereitungszeit auf die Ankunft Christi, ist heute allerdings oft von Weihnachtsbräuchen überlagert. Er ist eine Zeit der Entscheidungen. Auch Maria hatte sich entscheiden müssen, ob sie der Weissagung des Engels folgen solle, um Jesus zur Welt zu bringen. Der Wert dessen, wofür man sich bei der Gestaltung der Adventszeit entscheidet. besteht nicht in Leistung.
Eltern, vor allem Mütter, sehnen sich vor Weihnachten nach Ruhe, aber oft drohen Termine. Ein Zwiespalt, der Unzufriedenheit erzeugt. Zur Stressfalle und Konflikten führen auch zu hohe Erwartungen, z.B. beim Weihnachtsgebäck, und der Druck zur Perfektion. Als Strategie dagegen sollte man Prioritäten setzen und manches Vorhaben einfach streichen. Wenn etwa der selbstgebastelte Adventskalender einem zu viel wird, tut es eben auch mal ein gekaufter.
Alles Positive im Hinblick auf Weihnachten beginnt im Gespräch in der Familie, Wünsche können geäußert und Lasten verteilt werden. Wollen Kinder mitmachen, sollte man sie nicht davon abhalten und nicht stur auf Perfektion bestehen. „Mittelgut ist gut genug und Hilfe anzunehmen eine Stärke.“
Ganz wichtig sind in der Adventszeit Rituale, die vieles erleichtern und nachhaltig in der Gemeinschaft wirken.
Originell war der Vorschlag, die Rückseite eines Adventskalenders zu nutzen und für gute Erlebnisse einen Stern an bestimmten. Daten aufzukleben. Oder, statt den Nikolaus kommen zu lassen, den Kindern einen Nikolausbrief zu schreiben, in dem man aufführt, wofür sie Lob verdient haben. Selbstfürsorge, betonte die Referentin, sei bei all dem kein Egoismus, sondern wichtig.
Obstbau am Bodensee
Höchst aktuelle Informationen erhielten die Teilnehmer an der Exkursion der Katholischen Erwachsenbildung unserer Seelsorgeeinheit bei der Fahrt mit dem Apfelzügle durch die Plantagen bei Kressbronn-Poppis. Die Apfelernte ist derzeit noch voll im Gang.
Dieter Mainberger, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Tettnang und Obstproduzent, zeigte in seiner methodisch hervorragend aufgebauten Führung, worum es beim Obstanbau geht. Dachte man zunächst, einzelne Baureihen seien noch gar nicht bearbeitet oder vergessen worden, so erfuhr man, dass die Ernte durch das erfahrene, sehr zügig arbeitende Team aus Familienmitgliedern und rumänischen Erntehelfern in mehreren Schritten vor sich geht. Nur so werden die Äpfel zu dem idealen Zeitpunkt gepflückt. Bei der Lieferung an den Großmarkt und beim Direktverkauf wird das Optimum an Geschmack und Aussehen erwartet. Selbst bei minimalen optischen Schäden landen die Äpfel in einer Mosterei. Beim verlockenden Anblick einer solchen Mostobstkiste hätte jeder Anwesende sofort ohne Bedenken zugegriffen.
Der Schnitt der Bäume im Winter und das inzwischen maschinelle Reduzieren der Blüten im Frühjahr sorgt für genügend Nahrung und Licht beim einzelnen Apfel.
Dass die deutschen Bauern innerhalb der EU unter besonders harten Bedingungen produzieren müssen, war nicht neu, wurde aber an massiven Beispielen konkretisiert. „Nur 60% des Bedarfs an Äpfeln in der Bundesrepublik werden durch deutsche Obstbauern gedeckt“, so Mainberger.
Hagelnetze über den Apfelanlagen waren allen bekannt, dass es beim Obsthof Mainberger auch speziellen Schutz gegen Regen bei Kirschen auf Niedrigbäumen gibt, war überraschend. Sonst könnte man die Kirchenernte vergessen.
Mainberger scheute sich auch nicht, das Thema „Pflanzenschutzmittel“ anzugehen. Neu war für die Teilnehmer, dass beim konventionellen Anbau nicht gleichzeitig gegen alle Schädlinge heftig gespitzt wird, sondern dossiert und ganz gezielt gegen einzelne Arten. Sonst würden auch alle Nützlinge getötet. Per E-Mail werden die Bauern darüber informiert, an welchem Tag gegen welchen Schädling gespritzt werden sollte. Dann heißt es, ganz schnell zu reagieren.
Allen wurde schließlich klar, dass geradezu strategisch durchdachte Planung zur Nutzung einzelner Anlagen, bis hin zur unumgänglichen Rodung, und wirtschaftliches Denken, etwa bei Anschaffungen, für einen Obstbauern notwendig sind.
Beim Betrachten und Verkosten verschiedener Apfelsorten zum Abschluss wurde zum einhelligen Favoriten die gar nicht mal so plakative Rubinette mit ihrer Mischung aus Süße, Säure und Festigkeit.
Mit einem kleinen Präsent bedankte sich Elisabeth Türck als Leiterin der Exkursion bei Dieter Mainberger.
Die Bibel als Buch
Vor sehr interessierten Zuhörern hielt Pfarrer Jürgen Sauter bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Ummendorfer katholischen Gemeindehaus seinen Vortrag über „Ein Buch mit sieben Siegeln“. Durch anschauliche PowerPoint-Folien hatte er wichtige Punkte visualisiert.
Für Judentum, Christentum und Islam als Buchreligionen wurden deren Bücher entscheidend für ihre Entwicklung. Die Thora der Juden (die 5 Bücher Mosis) erzählen die Geschichte des Glaubens an den einen, einzigen Gott. Dadurch wurde sie zur Heiligen Schrift.
Entscheidend für Buchreligionen wurde die Entwicklung der Schrift. Vor allem der Buchstabenschrift. Die Hieroglyphen waren zunächst nur Bildsymbole. So entwickelten sich viel mehr Möglichkeiten der Mitteilung. Trotz der möglichen Auslegung der Texte bestand und besteht bei den Buchreligionen immer ein Stück weit Verbindlichkeit.
Das Hebräische des Alten Testaments war zunächst nur eine Konsonantenschrift. Funde zeigen, dass die Thora schon damals eine Rolle war, während die Papyri und Codizes des Neuen Testaments auf Blätter geschrieben wurden.
Die Septuaginta als erste durchgehende Übersetzung des AT wurde 250 v. Chr. für das hellenistische Judentum ins Altgriechische übersetzt. Nicht von ungefähr, denn Griechisch als Handels- und Gelehrtensprache verstand man von Persien bis ins damalige Großbritannien.
Das gilt auch für die christlichen Texte.
Das Neue Testament ist ohne Kenntnis des AT nicht denkbar. So wurden beide zur Heiligen Schrift der Christen. Als sich die beiden Religionen trennten, hatten die Juden im römischen Reich die besseren Karten. Ihre Religion war erlaubt, während die Christen bis ins 3. Jahrhundert verfolgt wurden. Zu Anfang des Christentums diskutierte man, ob man zuerst Jude gewesen sein musste, bevor man Christ werden konnte. Dann setzte sich die Ansicht durch, Jesus sei doch für alle da.
Überraschend war für die Zuhörer, dass man kein bestimmtes Datum und keine Person für die Festlegung des Bibelinhaltes nennen kann. Dabei gab es schon 144 n. Chr. erste Abgrenzungsversuche. Die Kanonisierung sei ein langer Prozess gewesen, so Sauter, der bis zu Luther reichte. Zunächst ging es vor allem um eine Abgrenzung zur Gnosis (Erkenntnis/ Wissen). Sie war im Mittelmeerraum ein religiös-philosophisches Glaubenssystem. Mit ihrem Gegensatz von einem transzendenten Gott und dessen Gegenspieler, dem Demiurg, einem diesseitigen, unwissenden und bösen Schöpfergott, und dem Gegensatz zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkel war die Gnosis auch christlichen und jüdischen Intellektuellen sympathisch.
Die vier Evangelien des NT gehörten schon immer zum Kanon. Das älteste ist das Markusevangelium. Häufig nimmt man an, dass Markus die aramäisch gesprochenen Berichte des Petrus ins Griechische übersetzt hat. Zusammen mit einer 2. Quelle, den überlieferten Aussprüchen Jesu, diente es als Vorlage für Matthäus und Lukas.
Es ist aber nicht so, dass die beiden nur von Markus abgeschrieben hätten. Auf einer Folie zu den drei Synoptikern war zu erkennen, wieviel Prozent Markus in Matthäus und Lukas stecken. Jeder Evangelist hatte auch noch Sondergut. Bei Matthäus z. B. ist es gleich zu Beginn die Linie von David zu Jesus, bei Lukas die Weihnachtsgeschichte. Matthäus schrieb für judenchristliche Gemeinden. Lukas, auch Verfasser der Apostelgeschichte, schrieb für gebildete hellenistische Christen. Das Johannesevangelium ist stark theologisch geprägt und möchte vor allem die Vertiefung des Glaubens.
Es gibt auch etliche Evangelien, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Dazu zählen auch das Thomas-, das Philippus-, das Marien- und das Judasevangelium.
Ein prophetisches Buch ist die Offenbarung. Sie gehört zusammen mit dem Buch Daniel zu den apokalyptischen Büchern der Bibel. Die Souveränität Gottes über die bösen Mächte wird in oft rätselhaften Visionen hier betont.
Zu Schluss wurden per Folie die Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils von 1965 durch die wichtige Forderung ergänzt, die Bibel auch zu lesen.
Wir feiern Jubiläum mit Reden, Kabarett und Buffet
Vor 40 Jahren wurde die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Hochdorf ins Leben gerufen. Am Samstag 28. September wurde das Jubiläum mit einem Festakt, einem Kabarett und anschließendem Buffet in der Gemeindehalle Hochdorf gefeiert.
Diakon Hans-Peter Ziegler, der das Bildungswerk Hochdorf 1984 ins Leben gerufen hatte, ließ die vergangenen 40 Jahre in seinem Grußwort Revue passieren. Zwischenzeitlich wurde das Bildungswerk Hochdorf erweitert und zur KEB der Seelsorgeeinheit Heimat Bischof Sproll umbenannt. „Er habe zwar die Hoffnung gehabt, etwas bewegen zu können, aber nicht erwartet, dass es auch heute noch Angebote gibt, welche die Menschen erreichen“, so Ziegler. „Zur damaligen Zeit waren die Bußgottesdienste neu, der Zulauf zur freien Christengemeinde Biberach war groß und das Thema Sekten ganz aktuell – also jede Menge Probleme“, so Ziegler weiter. Als erstes war ein Seminar zum Thema Bußgottesdienste durch Hubert Marthaler vom Bildungswerk des Dekanats angesagt. Marthaler hat mich ermuntert und unterstützt neue Wege zu gehen. Gottseidank hatte ich und auch meine Nachfolger immer ehrenamtliche Helfer, die sich engagierten und die Erwachsenenbildung weiterführen. Es war und ist heute noch ein großes Bestreben, Hilfen im alltäglichen Leben zu geben.“
In ihrem Grußwort überbrachte die Vorsitzende der KEB der Dekanate Biberach und Saulgau, Renate Gleinser, die Glückwünsche zum Jubiläum. „Ehrenamtliche ihrer fünf Kirchengemeinden gestalten seit Jahren ein Jahresprogramm für Erwachsene“, sagte Gleinser. „Es geht in der kirchlichen Erwachsenbildung darum, Menschen zu stärken und zu begleiten, sich mit bedeutsamen Themen zu beschäftigen, sozialen Zusammenhalt zu ermöglichen, zum Nachdenken über Gott und die Welt anzuregen, aber auch etwas für die Stärkung der eigenen Persönlichkeit zu tun“, so Gleinser weiter.
Pfarrer Jürgen Sauter dankte allen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit in der KEB.
Nach dem offiziellen Teil strapazierte die Kabarettgruppe „Die Lehrer“ mit ihrem amüsanten Programm Abendschule die Lachmuskeln der Besucher. Der gebürtige Hochdorfer Simon Föhr ist musikalischer Begleiter dieser dreiköpfigen Formation. Viele, teils sicherlich überzogene Details aus der Lehrerschaft wurden in mehreren Episoden aufgearbeitet. Das anschließende Buffet war nicht nur ein kulinarischer, sondern auch ein optischer Genuss.
Kompass im Lebensmitteldschungel
Einer interessierten, oft sachkundigen Zuhörerschaft lieferte Christine Schuster von der Biberacher Ernährungsakademie im Gemeindehaus Schweinhausen eine Orientierungshilfe beim Überangebot der Lebensmittel. Eingeladen hatte die Katholische Erwachsenenbildung der Seelsorgeeinheit „Heimat Bischof Sproll“.
Unterschiedliche und doch oft identische Anforderungen stellen die Käufer an Lebensmittel: Schmackhaft sollen sie sein, gesund, bequem beim Zubereiten oder auch fair, saisonal und regional.
Für die Beurteilung der Qualität stellte die Referentin eine Reihe von Werten vor. Weit vorn rangiert der Gesundheitswert. Dazu gehören als Muss für alle Hersteller Nährwertangaben und die Liste der Zutaten und Zusatzstoffe. Von denen sollten es nicht zu viele sein, so Schuster. Der farbige, von A-E reichende Nutriscore auf der Vorderseite der Verpackung liefert einen Vergleich zwischen gleichen Produkten. Farbig ist auch die Ampelkennzeichnung, die warnend den Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz anzeigt. Sie hat sich vor allem in den angelsächsischen Ländern durchgesetzt. Eine gute Empfehlung, wie man sich gesund ernähren sollte, war die beim Vortrag präsentierte Ernährungspyramide.
Zum Eignungswert eines Lebensmittels gehört seine Haltbarkeit. Dabei werden oft Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum verwechselt und das durchaus noch verwendbare Produkt landet im Müll. Der wirklichen Genusswert, also Aussehen, Geschmack und Geruch lässt sich nur mit allen Sinnen wahrnehmen. Wie ein Experiment zeigt, kann man etwa mit verbundenen Augen und zugehaltener Nase den Zimt in einer Mischung mit Zucker nicht erkennen. Im politischen Gespräch ist zurzeit der ökonomische Wert, bei dem es darum geht, dass zum Beispiel die Landwirte von ihren Erzeugnissen leben können und der Unterschied zwischen Erzeuger- und Verkaufspreis in einem akzeptablen Verhältnis steht. Immer wichtiger ist auch der ökologische Wert. Dazu gehören die Bioprodukte, aber auch, dass man nicht das ganze Jahr über Lebensmittel erwirbt, die um den halben Erdball transportiert werden müssen, wie Erdbeeren an Weihnachten. Einfach zu erklären ist der soziale Wert. Bestimme Lebensmittel müssen für alle bezahlbar sein. Eine eher emotionale Angelegenheit ist das Soziokulturelle. Es verbindet Gruppen. So sind bei Jugendlichen bestimmte Getränke „in“ oder die verschiedenen Ernährungsweisen bei Älteren.
Unter verschiedenen Fragen der Zuhörer war auch die nach dem Sinn von Nahrungsergänzungsmitteln. Christine Schuster: „Sinnvoll sind sie, wenn bei jemand medizinisch ein Mangel festgestellt wird. Bei einer vernünftigen, ausgewogenen Ernährung mit frischen Produkten sind sie überflüssig.
Qualität hat ihren Preis - Katholische Erwachsenenbildung bei Seeberger willkommen.
Bei der gefragten Exkursion der Katholischen Erwachsenenbildung in der Seelsorgeeinheit „Heimat Bischof Sproll“ hatte man Interessenten sogar absagen müssen.
Vor dem einführenden Film über Geschichte und Besonderheit des Ulmer Unternehmens wurde den Teilnehmern als Willkommensüberraschung ein Espresso serviert.
Dass Brasilien der größte Lieferant der Welt ist, wussten beim Vortrag über Kaffee zwar die meisten. Neu war für alle, dass Äthiopien als erstes Land Kaffee exportierte, nachdem ein Hirte des Hochlandes seltsame Reaktionen bei seinen Ziegen entdeckte, als sie Blätter und Früchte dieses Strauches gefressen hatten. Überraschend war auch, dass Kaffee weitaus mehr verschiedene Aromen besitzt als Wein.
Kaffeespezialistin Bammert informierte anschließend über die besten Bedingungen für den Anbau. Eine Lage von 900-2400 Metern ist durch die längere Reifezeit besonders für die Entwicklung der Aromen vorteilhaft. inzwischen wird Kaffee aber auch im Tiefland angebaut. Maschinelles Ernten der Zweige mit Früchten und der Einsatz einer Sortiermaschine ist möglich, aber nicht durchweg üblich. Besondere Sorgfalt ist bei der Kontrolle der Lieferungen nötig, um den Verlust ganzer Container zu vermeiden. Entscheidend für die Bekömmlichkeit ist jedoch das Rösten. Ein erfahrenes, eingespieltes Team von neun Mitarbeitern ist für Seeberger-Mischungen verantwortlich. Dabei wird auch in Zukunft die Künstliche Intelligenz den Menschen nicht ersetzen können. Überrascht waren manche, als Bammert anhand einer Kostenrechnung nachwies, dass man für ein Kilo wirklich guten Kaffees mindestens 10 € hinlegen müsse. Dass Espresso bekömmlicher und Filterkaffee inhaltlich wirkungsvoller sei, war vielen auch neu.
Im informationsreichen Schauraum stellte der für die Öffentlichkeitsarbeit Zuständige die Prinzipien der Firma dar: Da ist zunächst die Natur mit ihren Ansprüche bei den Früchten. Dazu kommt die Nachhaltigkeit in den Plantagen und bei der Arbeit. Wichtig ist Seeberger aber auch der soziale Aspekt und die Fairness bei den Lieferanten. Mit manchen arbeitet man seit mehr als zwanzig Jahren zusammen. Entscheidend ist letztlich aber die Qualität. Und da ist man unnachgiebig. Hier haften die verantwortlichen Mitarbeiter persönlich für die Lieferungen. An einem großen interaktiven Bildschirm konnte man, von den Herkunftsländern bis zu den Besonderheiten, von Kaffee, Trockenfrüchten, verschiedensten Nüssen und Kernen optisch noch mehr erfahren. Niemand ließ sich die Gelegenheit entgehen, auch ein „Versucherle“ zu probieren.
Hinterher wurde den Besuchern Kaffee oder Tee und eine Auswahl attraktiver Torten serviert – auch dies zu fairen Preisen. Zum Abschluss gab es ein Kompliment für die Gruppe: Nicht immer seien Besucher so interessiert am Dargebotenen.
Faszinierende Logistik - KEB besucht die Firma Utz
In vier Generation ist das Familienunternehmen Utz zu einem in Süddeutschland unverzichtbaren, modernen Lebensmittelgroßhändler herangewachsen. Ein Anlass für die Katholische Erwachsenenbildung der Seelsorgeeinheit „Heimat Bischof Sproll“ zu einer Betriebsbesichtigung.
Bei Berlinern, Kaffee und alkoholfreien Getränken, präsentierte Inhaber Rainer Utz zusammen mit seinem Neffen, Geschäftsführer Matthias Utz, Geschichte und aktuelle Situation des ständig erweiterten Unternehmens, das mit einer sehr schlanken Verwaltung auskommt und 90 % des Strombedarfs mit der eigenen PV-Anlage decken kann.
Das Aktionsgebiet der 20 LKWs reicht von Ludwigburg bis ins Alpenvorland von Freiburg bis Ingolstadt oder Garmisch. Beliefert werden Einzelhandelsgeschäfte, aber auch Campingplätze, Tankstellen, Kioske, Bäcker und Metzger mit Lebensmitteln, Getränken oder Non-Food-Produkten. Dazu kommt auch die Beratung der Kunden, besonders wichtig für Dorf- oder Bürgerläden. Absolut zeitgemäß werden auch Läden ohne Personal in abgelegenen Gegenden versorgt, in denen Kunden durch Scannen und digitales Bezahlen einkaufen, oder der Automatenverkauf, etwa an Tankstellen.
Erstaunlich breit gefächert ist die Berufsausbildung bei Utz, dazu gehören nicht nur die kaufmännischen Berufe und die Logistik, sondern auch das duale Studium und sogar die Ausbildung zum Berufskraftfahrer. So kam man bei den 127 Mitarbeitern immer wieder auf „Eigengewächse“ zurückgreifen.
Geführt vom jungen Assistenten der Geschäftsleitung und Personalchef, Gabriel Haas, konnten die Besucher im Lager fasziniert beobachten, wie die Kommissionierer mit ihren Elektrofahrzeugen durch die Gänge vor und zwischen den riesigen Regalen flitzen. Vom Zentral-PC erhalten sie über Kopfhörer Anweisung, welche der 7000 Artikel sie in die Rollwagen auf ihren Fahrzeugen laden müssen. Die fertig beladenen Rollwagen kommen in die Auslieferungszonen, wo die Fahrer sie im Laufe der Nacht in ihre LKWs laden. Bei Nacht sind dagegen die Anlieferbereiche vom Lager absolut getrennt. Die Fahrer der Gabelstapler sehen auf ihrem computergesteuerten Display, wo sie die Artikel lagern müssen. Mit einem Balkencode sind die Plätze erkennbar. Im besonders gesicherten Tabakwarenlager untersucht eine Kamera automatisch jeden ausgehenden Karton aus steuerlichen Gründen und zur Sicherheit für die Firma auf seinen Inhalt. Im Mammut-Kühlschrank herrschen 5 Grad. Besonders Mutige wagten sich auch kurz in die -22 Grad des Tiefkühllagers.
Mit einem herbstlichen Gesteck bedankte sich Elisabeth Türck im Namen der KEB für die Gastfreundschaft und die hoch interessanten Informationen.
Ein barockes Kleinod
Großes Interesse an der Fahrt der Katholischen Erwachsenenbildung
Die KEB der Seelsorgeeinheit „Heimat Bischof Sproll“ hatte Fahrgemeinschaften zur Ertinger Marienkapelle organisiert. Sie wurde nur 25 Jahre, nachdem Dominikus Zimmermann die berühmte Wallfahrtskirche in Steinhausen geschaffen hatte, vom Riedlinger Baumeister Johann Schneider erbaut, einem Schüler von Zimmermann, und vom Starstuckateur Feuchtmayer im Inneren gestaltet.
Die hervorragende Akustik nutzend, von Isolde Wiest an der Orgel begleitet, sang man zum Auftakt ein Marienlied. Der aus Ertingen stammende Ummendorfer Pfarrer Jürgen Sauter berichtete als Moderator interessant von der Geschichte des Ortes und der Baugeschichte der Kapelle. Er erklärte den alt- und neutestamentlichen Hintergrund der Fresken, Altäre und Kirchenfenster. Wie in Steinhausen huldigen die damals bekannten vier Erdteile Maria als Himmelskönigin im zentralen Deckenfresko. Genauso wie dort überwältigte die Pracht des Innern die oft armen, geplagten und ungebildeten Gläubigen, wenn sie durch das schöne Portal eintraten, machte ihnen Mut und tröstete sie. Ein überraschender Eindruck, dem sich auch die heutigen Besucher nicht entziehen können.
Passend zu dem herrlichen, wenn auch heißen Sommersonntag, wurde das Kapellenerlebnis mit der ersten Strophe des Schützenfestliedes beendet.
Zum geselligen Abschluss kehrte die stattliche Gruppe im Café „Gugelhupf“ mit seinen berühmten Kuchen und Torten in Dürnau ein.
Ein Tag auf dem Martinusweg
Starkes Interesse an theologischem Vortrag
Die bereitgestellten Stühle im Ummendorfer Katholischen Gemeindehaus reichten zunächst nicht aus. Die Katholische Erwachsenenbildung der Seelsorgeeinheit hatte zum Vortrag von Pfarrer Jürgen Sauter eingeladen. Es ging um das Thema: „Gott und das Böse in der Welt“
Gleich zu Beginn erklärte der Referent, eine glatte Lösung der Frage, warum Gott so viel Übel und Leid zulasse, könne auch er an diesem Abend nicht bieten.
Schon in den antiken griechischen Vorstellungen von den Göttern und in der Mythologie der Frühkulturen im Orient glaubten die Menschen, dass es Unheil nicht nur bei ihnen, sondern auch bei den oft neidischen, zornigen und rachsüchtigen Göttern gebe. Wie in der Bibel spielt auch im weit älteren sumerischen Gilgamesch-Epos beispielsweise die Sintflut eine Rolle.
Auch die spätantike Gnosis geht von dem Widerspruch zwischen der Dunkelheit der irdischen Welt und dem himmlischen Licht aus.
Nachdem im Judentum aus der Vielgötterei der Glaube an den einen Gott sich durchgesetzt hatte, entstand im Alten Testament die Vorstellung von dem Gott, der alles geschaffen hat, der Unheil bringen kann, aber auch rettet. Jürgen Sauter zitierte dazu Jesaja: “ Ich bin der Herr und sonst keiner außer mir, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Träufelt ihr Himmel von oben und ihr Wolken regnet Gerechtigkeit.“
Im Neuen Testament redet Jesus, der als das Licht der Welt gesehen wird, eindeutig von einem guten Gott. Die jüdische Vorstellung, Leid sei die Folge von Fehlverhalten und Sünde, widerlegt er in der Geschichte von der Heilung eines Blinden. Seit Golgatha leidet ja Gott selbst in der Person seines Sohnes.
Luther hatte in der Nachfolge von Augustinus betont, dass man angesichts der Erbsünde und der Vorherbestimmungslehre allein durch die Gnade Gottes selig werden könne.
Eine interessante These entwickelte in der Aufklärung der deutsche Philosoph Leibniz: Eine Welt ohne Unheil, die beste alle Welten, wäre für Gott durchaus möglich gewesen, doch er lässt das Unheil zu, um die Differenz zu Gott zu wahren. Durch das Übel hebt sich das Gute umso mehr ab.
Moderne Philosophen stellen die Frage, ob es Gott überhaupt gebe und ob er tatsächlich allmächtig sein könne. Die göttliche und menschliche Freiheit spielt dabei eine entscheidenden Rolle.
Der jüdische Philosoph Hans Jonas würde in seinen Gedanken über Gott und den Holocaust auf die Eigenschaft „allmächtig“ zugunsten der Güte und Vorstellbarkeit Gottes verzichten. Für ihn ist Freiheit, auch die zum Bösen, etwas Entscheidendes. Aber Freiheit, die nicht mit Willkür identisch ist, wird erst in der Vergebung zur Wirklichkeit. Versöhnung ist Dialog, ohne den es nicht weitergehen kann.
Einen Ansatz zu einer Lösung stellte Sauter vor, indem er den Schluss aus dem Buch Ijob vorlas: Ijob hadert mit Gott, weil dieser dem Satan erlaubt hat, dem frommen Mann brutalstes Unheil zuzufügen, um sein Frömmigkeit zu testen. In einer großartig dargestellten Weise offenbart Gott sich am Ende Ijob überzeugend in all seiner Größe.
Ein anderes Beispiel ist die Gotteserfahrung Jakobs in Genesis 32, als er mit dem Engel ringt und ihn nicht gehen lässt, bevor dieser ihn segnet.
So bleibt dem Glaubenden bei der Suche nach einer Antwort als Hilfe seine persönliche Gotteserfahrung. Als hoffnungsvollen Abschluss zitierte der Theologe den Refrain eines Kirchenliedes: „Und in einem neuen Morgen bricht auf dieser Erde an in einem neuen Tag.“
In der von ihm moderierten anschließenden Aussprache ging Pfarrer Sauter überzeugend auf die sehr unterschiedlichen Fragen und Diskussionsbeiträge der interessierten Zuhörer ein.

























