Uralt und doch aktuell - Riesiges Interesse an Vortrag

Zu allen Zeiten und allen Kulturen fragte man sich: Wie geht es nach dem Tod weiter. Der Andrang bei Pfarrer Jürgen Sauters Vortrag „Auferstehung des Leibes – Unsterblichkeit der Seele“ im katholischen Gemeindehaus in Ummendorf war so stark, dass die Stühle zunächst nicht ausreichten.

Bild: Doris Hopf, dorishopf.de In: Pfarrbriefservice.de

Mit Ludwig Thomas „Der Münchner im Himmel“ war der Vortragende in ein anspruchsvolles Thema, das durch PowerPoint-Folien visualisiert wurde, locker eingestiegen. Auch seinen Gedankengang lockerte er mit Humor immer wieder auf.

Zur Klärung der Begriffe wurde Rene Descartes aus dem 16. Jahrhundert zitiert: „Ich bin nicht mein Körper. Ich denke, also bin ich.“ Der Kirchenvater Augustinus ging dagegen von der Einheit der Person aus. Tatsächlich braucht man das Metaphysische, das über das rein Empirische hinausgeht als Einheit stiftendes Kriterium. Dabei ist das Empirische ja keineswegs schlecht und sogar sehr notwendig.

Betrachtet man das Problem aus biblischer Sicht, findet man im Alten Testament keinen Unterschied zwischen Leib und Seele. Während Paulus im 1.Korinther 15 schreibt, Jesus sei als Erster von denen, die entschlafen sind, auferstanden.

Leicht hatte es diese Überzeugung in der Folge nicht. In der dominierenden griechischen Philosophie sind, etwa bei Platon, Leib und Seele getrennt. Der zum Tode verurteilte Sokrates betont in einem Dialog, seine Seele werde aus dem Gefängnis des Leibes befreit.

Papst Benedikt hatte sich als Theologe dagegen gewandt, dass man den Gedanken der Auferstehung und die griechische Philosophie vermische, um zu einer Lösung zu kommen. 

Der evangelische Theologe Karl Barth sagte: „Der Mensch stirbt ganz. Die Auferstehung ist rein Gottes Gande.“ Das ist nicht im Sinn einer Auswahl gedacht, denn für Gott ist jeder Mensch willkommen.

Für die katholische Theologie hat der Leib als „Leib Christi“ eine besondere Bedeutung.  Iim Menschen ist ein guter Kern, der im Dialog mit Gott steht. Damit besteht eine Identität weiter, in der es keine Trennung gibt, eine Wirklichkeit, die über Raum und Zeit hinaus in Gottes Ewigkeit geht.

Auch die DNA gibt den Bauplan weiter, der nicht mit dem Tod des einzelnen Individuums enden muss.  Ein sehr schönes Bild für Identität ist Sauters Vergleich mit einer Melodie. Sie wird materiell erzeugt und ist doch mehr. 

Gerne ging der Referent anschließend auf Fragen der Teilnehmer ein.

Als Dankeschön für sein Engagement überreichte die KEB-Vorsitzenden Isolde Wiest ihm ein kleines, auf ihn zugeschnittenes Buchgeschenk.