Sonntagsgedanken zum Gleichnis vom verlorenen Schaf - und vom guten Hirten

Jesus erzählt von einem Hirten, der 100 Schafe hatte - und ein Schaf ging ihm verloren.

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Im heutigen Evangelium hören wir von einem Gleichnis, das Jesus erzählt, als er dafür kritisiert wird, mit Sündern zu essen.

Jesus erzählt von einem einen Hirten, der 100 Schafe hatte.

Ein Schaf ging ihm verloren.

Vielleicht war es langsamer als die anderen Schafe und hat den Anschluss verloren?

Vielleicht war es neugieriger als die anderen Schafe und ist irgendwo hingelaufen?

Vielleicht gab es Streit zwischen den Schafen und es ist weggelaufen?

Vielleicht ist es verletzt?

Das wissen wir nicht genau, aber auf jeden Fall fehlt es.

Und was macht der Hirte?

Jesus erzählt, dass er die anderen 99 Schafe in der Wüste zurücklässt und das eine Schaf sucht, bis er es findet.

Dann kommt er heim, ruft Freunde und Nachbarn zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war!

Das ist eine schöne Geschichte, aber denkt ihr, das würde wirklich so passieren? Würde ein Hirte wirklich alle anderen Schafe alleine lassen?

Tatsächlich klingt das eher unwahrscheinlich. Warum also erzählt uns Jesus so eine unglaubwürdige Geschichte?

Jesus will uns beschreiben, will wie er ist.

Er sagt: so wie dieser Hirte ist, so bin ich.

Ich freu mich über jeden, der zu mir kommt.

Egal was vorher war.

Egal ob ich was Blödes gemacht hab und weggelaufen bin.

Egal ob es mir gut geht oder schlecht.

Vielleicht geht es euch auch manchmal so wie diesem Schaf:

Ihr fühlt euch allein.

Vielleicht in der Schule langsamer, wie die anderen, alle haben was verstanden, nur ich nicht. Alle haben die Hausaufgabe, nur ich hab das Heft zu Hause vergessen.

Alle können die Übung im Turnen, nur ich nicht.

Alle dürfen mitspielen, nur ich steh allein auf dem Pausenhof.

Vielleicht gibt’s manchmal Streit und ihr bockt und lauft weg.

Vielleicht seid ihr mal Krank, verletzt, alleine.

Und da sagt dir Jesus heute:

Ich lass dich nicht allein, ich suche dich und mir ist es egal was du gemacht hast. Ich brauch nicht nur die braven Schafe hier, die alles richtig machen. Ich liebe die, die nicht immer brav sind, die Fehler machen. Ich freu mich über jeden, der sich von mir finden lässt.

Also wenn ich so alleine da stehe, wie das Schaf, dann suche ich Jesus. Wo kann ich Jesus finden? In meinem Herzen!

Dann kann ich an den Hirten denken und merken: ja, ich bin nicht allein, Jesus ist da und er liebt mich!

 

Sonntagsgedanken von Martina Gröber