Institutionelles Schutzkonzept gegen sexuellen Missbrauch für die Seelsorgeeinheit Heimat Bischof Sproll

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Sexueller Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen kommt weit verbreitet vor, es ist auch Thema in der katholischen Kirche.

Die deutsche Bischofskonferenz hat sich seit Jahrzehnten mit dieser Thematik befasst. Dabei erlassene Leitlinien wurden auf unsere Diözese Rottenburg-Stuttgart übertragen. Bereits 2002 wurde die „Komission sexueller Missbrauch“ eingesetzt. Neue Vorgaben von 2013 führten zu „Regularien zur Aufarbeitung und zur Prävention von sexuellem Missbrauch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ mit Leitlinien, Erklärungen, Verfahrensregeln, Bischöflichem Gesetz und Ausführungsregelungen veröffentlicht im Kirchlichen Amtsblatt Nr. 15 vom 10. November 2015. Diese Festlegungen sind trotz mehrerer Fortschreibungen heute noch wesentliche Basis für die Präventionsarbeit in der Diözese. 2019 wurden Bischöfliche Gesetze z.B. zu Fortbildungen und erweiterten Führungszeugnissen erlassen.

Veröffentlicht im Kirchlichen Amtsblatt Nr. 8 vom 15. Juni 2021 erliess Bischof Dr. Gebhart Fürst „Ausführungsbestimmungen zur Anwendung der Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen“.  Darin wurde festgelegt „Alle Träger, die  … noch kein institutionelles Schutzkonzept erarbeitet haben, haben dieses … bis spätestens 31.12.2023 zu erstellen.“

Herr Pf. Sauter hatte über diese bischöfliche Anordnung, ein Schutzkonzept zu erstellen, erstmals im Juli 2022 den Kirchengemeinderat von Ummendorf und im August den Gemeinsamen Ausschuss der Seelsorgeeinheit informiert. Im weiteren hatte ich mich in enger Abstimmung mit H. Pf. Sauter und unter mehrfacher Information der weiteren Gewählten Vorsitzenden der Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit in die Thematik eingearbeitet und nach den Vorgaben und anhand der Vorlage der Diözese ein auf unsere Gegebenheiten angepasstes Schutzkonzept erstellt. Intensive Auseinandersetzungen mit insbesondere rechtlichen Fragestellungen erwiesen sich als erforderlich. Zwischen Juni und September 2023 wurde dann das fertiggestellte Schutzkonzept vom Gemeinsamen Ausschuss befürwortet und von den Kirchengemeinden als Rechtsträger durch die 5 Kirchengemeinderäte beschlossen. Parallel dazu wurde es bei der Stabsstelle Prävention der Diözese zur formalen Überprüfung eingereicht.

Das „Institutionelle Schutzkonzept gegen sexuellen Missbrauch für die Seelsorgeeinheit Heimat Bischof Sproll“ ist nun in Kraft und hier auf der Homepage veröffentlicht. Es befasst sich schwerpunktmäßig mit detailliert dargestellten Prävenstionsmaßnahmen und Interventionsvorgaben bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Zum Schutzkonzept gehören umfangreiche Anlagen mit z.B. Darstellung der gesetzlichen Grundlagen, Bestandsaufnahme und Risikoanalyse für unsere 5 Kirchengemeinden, Arbeitshilfen mit Tabellen und dem Schreiben an Ehrenamtliche, die Kinder, Jugendliche oder hilfe- und schutzbedürftige Erwachsene betreuen. Ganz wichtig ist die Liste mit Kontaktadressen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch und Grenzübergriffen. Diese Liste wird öffentlich bekannt gemacht damit im Bedarfsfall umgehend Ansprechpartner zu finden sind. Wie im Schutzkonzept detailliert dargestellt müssen Personen, die Kinder und Jugendliche oder erwachsene hilfe- oder schutzbedürftige Menschen betreuen, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis beantragen und vorlegen und den ebenfalls abgedruckten Verhaltenskodex und eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben. Damit wird niemandem etwas unterstellt, sondern wir stellen bestmöglich sicher, dass in unserem Raum der Kirche sexueller Missbrauch so gut wie möglich verhindert wird. Zusätzlich wird eine 1,5 Stunden umfassende Basisfortbildung zum Thema „sexualisierte Gewalt“ verlangt. Für diese Fortbildung konnten wir Frau Dr. Anne Widmann vom Institut für soziale Berufe in Ravensburg gewinnen. Sie hält diese Schulung bei uns zunächst am 22.11.23 und 11.1.24.

Dr. med. Peter Weber, Gewählter Vorsitzender vom Kirchengemeinderat Ummendorf, 20.11.23

Das Schutzkonzept sowie die Liste mit Kontaktadressen finden Sie hier.