„Gott ist in sich Leben, Liebe, Gemeinschaft und somit auch für uns.“

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In seinem Vortrag über das Große Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel, das im Glauben an die Dreifaltigkeit Gottes bis heute Gültigkeit besitzt, zeigte Pfarrer Jürgen Sauter im voll besetzten Katholischen Gemeindehaus in Ummendorf, dass die Kirche nicht erst heute schwere Zeiten zu überstehen hat.

In der Taufformel, in Gottesdiensten, besonders im Credo, bezieht man sich auf die göttliche Dreifaltigkeit.

Schon zur Zeit der Verfolgung der Christen im römischen Reich waren sich die Gläubigen uneins über die Auslegung des Glaubens. Nach dem Sieg Konstantins 312 über Maxentius, einen der drei Kaiserkonkurrenten um die Macht im Reich, nahm die Verfolgung ein Ende. Die christliche Kirche begann, sich zur Staatskirche zu entwickeln.

325 lud Konstantin, der selbst anwesend war, zum Konzil nach Nizäa in der heutigen Türkei ein, praktischerweise an seinem Sommersitz. Ziel war der dogmatische Frieden zwischen den verschiedenen Richtungen der jungen Religion. Als Ergebnis wurde die Göttlichkeit von Jesus und die Wesenheit von Gott, dem Vater, Jesus, dem Sohn, und dem Heiligen Geist bestätigt. Dabei hätte es bleiben können.

Doch die geistige Großwetterlage durch den jüdischen Monotheismus, die epikureische Philosophie des Augustus, die Gedanken des Stoikers Marc Aurel und eines Platon ließen durchaus vertretbare Zweifel aufkommen.

Der wirkungsvollste Kritiker war Arianus von Alexandria. Es gab laut ihm eine Zeit, in der Gott allein existierte. Nach den Arianern ist Jesus nicht wesensgleich mit Gott, aber dessen erstes und vornehmstes Geschöpf. Gott, der Vater, ist ungeworden, unerzeugt, anfangslos und ewig, unwandelbar, unverändert und transzendent. Der Sohn ist von Gott erschaffen, aber nicht mit ihm identisch. Das Menschliche in Christus dominiert. Arianus hatte nicht nur den Monotheismus, sondern auch die Philosophie und nicht zuletzt die Logik auf seiner Seite.

Aus der Reihe zahlreicher Synoden und Konzile ragen zwei heraus. 362 sollte es in Alexandria eigentlich zu einer Einigung kommen. Dabei ging es auch um die Frage nach der Göttlichkeit des Heiligen Geistes. Letztlich kam es jedoch zu einer weiteren Spaltung.

Vor dem Konzil von Konstantinopel 381 gab es einen Kaiser im westlichen, einen im mittleren und mit Theodosius I. einen im Ostteil des Reiches. Das Ergebnis des Konzils: Wahrer Christ ist nur, wer in der Religion lebt, die Petrus den Römern überliefert hat.  Das ist der Glaube an die alleinige Göttlichkeit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, unter Annahme gleicher Hoheit und liebevoller Dreieinigkeit. Damit war der Glaube an die Dreifaltigkeit festgelegt. Die Kirche war endgültig zur Staatskirche geworden. Abweichler wurden von Theodosius zu Ketzern erklärt.

Sauters Auslegung der Trinität für unsere Zeit: „Gott ist in sich Leben, Liebe, Gemeinschaft und somit auch für uns.“

Im Anschluss ging der Referent auf Fragen der Zuhörer ein. So auch auf die Formulierung „die heilige katholische Kirche“ im Glaubensbekenntnis. Katholisch sei im Sinne des griechischen „katholon“ als allumfassend zu verstehen, an dem heute kaum mehr jemand zweifelt.