Advent in der Familie
Zum Thema „Ohne Stress durch den Advent“ hatte die Katholische Erwachsenenbildung ins katholische Gemeindehaus in Ummendorf eingeladen. Familientrainerin Martina Gröber hatte den Abend perfekt vorbereitet. Was an Material nötig war, hatte sie mitgebracht. Sie überfrachtete die fast ausschließlich weiblichen Teilnehmer nicht mit Vorschlägen, sondern sprach auch die emotionale Ebene an. Etwa zu Beginn, als man im Dunkel um eine Kerze im Zentrum des Halbkreises in sich gehen konnte, oder durch gemeinsam gesungene, neuartige Adventslieder, auf der Gitarre von der Referentin begleitet. Ein Quiz zum Advent lockerte auf und brachte die Gruppe in Bewegung. Zwischen den Informationsblöcken tauschte man sich bei Punsch und Tee gemütlich aus.
„Adventus“, eigentlich eine Vorbereitungszeit auf die Ankunft Christi, ist heute allerdings oft von Weihnachtsbräuchen überlagert. Er ist eine Zeit der Entscheidungen. Auch Maria hatte sich entscheiden müssen, ob sie der Weissagung des Engels folgen solle, um Jesus zur Welt zu bringen. Der Wert dessen, wofür man sich bei der Gestaltung der Adventszeit entscheidet. besteht nicht in Leistung.
Eltern, vor allem Mütter, sehnen sich vor Weihnachten nach Ruhe, aber oft drohen Termine. Ein Zwiespalt, der Unzufriedenheit erzeugt. Zur Stressfalle und Konflikten führen auch zu hohe Erwartungen, z.B. beim Weihnachtsgebäck, und der Druck zur Perfektion. Als Strategie dagegen sollte man Prioritäten setzen und manches Vorhaben einfach streichen. Wenn etwa der selbstgebastelte Adventskalender einem zu viel wird, tut es eben auch mal ein gekaufter.
Alles Positive im Hinblick auf Weihnachten beginnt im Gespräch in der Familie, Wünsche können geäußert und Lasten verteilt werden. Wollen Kinder mitmachen, sollte man sie nicht davon abhalten und nicht stur auf Perfektion bestehen. „Mittelgut ist gut genug und Hilfe anzunehmen eine Stärke.“
Ganz wichtig sind in der Adventszeit Rituale, die vieles erleichtern und nachhaltig in der Gemeinschaft wirken.
Originell war der Vorschlag, die Rückseite eines Adventskalenders zu nutzen und für gute Erlebnisse einen Stern an bestimmten. Daten aufzukleben. Oder, statt den Nikolaus kommen zu lassen, den Kindern einen Nikolausbrief zu schreiben, in dem man aufführt, wofür sie Lob verdient haben. Selbstfürsorge, betonte die Referentin, sei bei all dem kein Egoismus, sondern wichtig.

